Im November
bekam ich einen Anruf von meinem Chef, Peter Fricke (Vorstandsvorsitzender vom
Bundesverband der Organtransplantierten), mit der Frage ob ich am 23.01.2020
Zeit hätte. Eigentlich nicht, ich hatte da schon einen Termin für einen Vortrag
zur Organspende. Dann erzählte mir Peter aber, um was es geht. Und dann habe
ich meinen Termin, an jemand anderes vom Netzwerk Organspende NRW abgegeben.
Somit hatte ich also Zeit. Aber um was ging es? Wir wurden vom Trans Plant Club
Österreich eingeladen, Sie zu besuchen und bei Ihnen auf der Generalversammlung
uns den BDO e.V. und seine Arbeit vorzustellen. Auch ging es darum, um den
Austausch Länderübergreifend. Also buchten wir für den 22.1. - 25.1.2020 unsere
Reise.
Wir fuhren
am 22.1.2020 mit dem Zug von Hannover nach Graz, ich musste allerdings erst mal
noch nach Hannover kommen. Das hieß, ich fuhr an dem Morgen um kurz nach 7 Uhr
mit dem Zug von Hamm (Westfalen) nach Hannover, dort traf ich mich mit Peter
und Hartmut. Zu dritt ging es um 9:26 Uhr mit dem ICE nach Wien Meidling, dort
stiegen wir um in den RJ nach Graz. Die Zug fahrt, war zwar sehr lang, aber
doch ganz angenehm, wir fuhren in der 1. Klasse. Um 19:33 Uhr kamen wir in Graz
an. Dort holten uns drei Männer vom Bahnhof ab. Rene (Leber Tx), Hannes (der
Mann von Rene) und Prof. Dr. Schrem (Transplantationsarzt am LKH in Graz, seit
einem Jahr. Zuvor war er 20 Jahre an der Medizinischen Hochschule Hannover in
der TX tätig.
Es war eine
sehr freundlich Begrüßung, wir fühlten uns direkt sehr wohl. Sie brachten uns
zu unserer Unterkunft. Wir stellten schnell die Koffer ab, machten uns kurz
frisch und dann ging es wieder runter, ins Restaurant, wo wir alle zusammen zu
Abend aßen. Dies war auch die Gelegenheit uns alle näher kennenzulernen. Prof. Dr. Schrem war überglücklich das wir da waren,
hat er doch in Deutschland schon immer mit dem BDO zusammen gearbeitet. Er
wünscht dies nun auch für Österreich, das die Selbsthilfe Gruppe in Österreich
mehr mit den Ärzten in den Klinken zusammen arbeiten. Der Trans Plant Club in Österreich
ist für die Kreise Steiermark - Burgenland- Kärnten tätig.
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Hartmut, Claudi, Peter, Prof. Dr. Schrem, Hannes Eibinger Rosenkranz |
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Hartmut, Claudi, Peter, Hannes Eibinger Rosenkranz und Rene Eibinger |
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Hannes Eibinger Rosenkranz, Rene Eibinger und Prof. Dr. Schrem |
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Mein Essen, gegrilltes Spanferkel |
Der Abend
endete gegen 23:45 Uhr und wir fielen fast Tod ins Bett. Leider ging es mir und
Peter nicht so gut, wir hatten noch ein bisschen mit den Nachwirkungen der
Zugfahrt zu kämpfen. Es drehte sich alle in uns, wir schliefen sehr unruhig.
Hartmut hat gut geschlafen.
Am Donnerstagmorgen,
nach dem Frühstück ging es los zum LKH ( Das LKH-Universitätsklinikum Graz oder
Landeskrankenhaus-Universitätsklinikum Graz ist ein Klinikum der
Maximalversorgung in Graz, Österreich, und Teil der Steiermärkischen
Krankenanstaltengesellschaft). Wir fuhren mit der S-Bahn Linie 7, die direkt
zum LKH fuhr. Dort trafen wir uns mit Dr. Schrem. Er holte uns an der
Haltestelle ab und ging mit uns in die Klinik.
Wir bekamen einen Vortrag über
die Logistik der Klinik und anschließend auch eine Führung durch die Klinik.
Dabei durften wir uns sogar den Hubschrauberlandeplatz oben auf dem Dach der
Klinik anschauen. Mit einem tollen Blick über das Klinik Gelände.
Anschließend
ging es noch in den Keller, um auch da mal den Ablauf der Klinik zu sehen. Was
alles im Hintergrund läuft, was Patienten nicht mitbekommen. Sehr beeindruckend.
Danach machten wir eine kleine Pause um nen Kaffee zu trinken. Dabei
Unterhielten wir uns ganz angeregt mit Dr. Schrem.
Es war
mittlerweile Mittagszeit, also machten wir uns auf den Weg in die Mensa um dort
gemeinsam zu Mittag zu essen. Dr. Schrem lud uns drei dazu ein. Am Tisch
bemerkte ich, dass mein Bauch schon wieder Hart wurde und ich dringend Movicol
braucht, sonst würde ich heute Abend noch im LKH liegen mit ner Verstopfung.
Also entschlossen wir uns, nach dem Mittagessen zwei Stunden Pause zu machen.
So hatte ich die Gelegenheit kurz in mein Zimmer zu fahren um mir Movicol zu
nehmen. Ich hatte ja genügend eingepackt. Peter und Hartmut warteten in dessen
im Café Schwalbennest in der Stadt. Dort trafen wir uns wieder. Gemeinsam ging
es dann mit der S-Bahn zurück zum LKH, wo uns Dr. Schrem wieder in Empfang
nahm. Nun ging es zur Generalversammlung vom Trans Plant Club. Dort trafen
wir auch wieder Rene und Hannes und noch ganz viele andere Menschen, die
Transplantiert waren.
Es begrüßte
uns Obmann Werner Müller ( auch Leber Tx), dann stellte Prof. Dr. Schrem die
Perspektiven der viszeralen Transplantation in Graz vor. Danach durfte dann
Peter Fricke den BDO Vorstellen.
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Werner Gollner (links) Mitte und Rechts, AG Niere |
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Prof. Dr. Schrem |
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Peter Fricke |
Dann mussten
wir kurz Raus gehen, weil nun die Wahl des neuen Vorstandes anstand, so wie die
Entlastung des Vorstandes. An dem Tag gab es sogar eine Fusion, die AG Niere
Österreich ist mit dem Trans Plant Club zusammen gegangen. Wir wünschen eine
tolle gemeinsame Arbeit.
Anschließend
gab es noch einen regen Austausch, zwischen den Transplantierten aus Österreich
und uns aus Deutschland. Dabei konnten wir uns an einem kleinem Imbiss, den
Hunger stillen. Den Imbiss haben Rene und Hannes Organisiert.
Gegen 19:30
Uhr brachte uns Prof. Dr. Schrem mit seinem Auto zurück zu unserer Pension.
Dort haben Peter, Harmut und ich noch zusammen Abendbrot gegessen.
Am Freitag
morgen konnte ich ein bisschen länger schlafen. Da wir erst um 13 Uhr wieder
mit den anderen Verabredet waren. Ich nutzte die Zeit und ging nach dem
Frühstück, alleine los und schaute mir mal die Gegend an. Dabei habe ich die
Murinsel besucht und bin auf den Schlossberg hochgefahren, mit dem Lift. Es war
an dem Morgen etwas Nebelig und ein wenig am Schneien. Die Luft war super Klar
und tat einfach gut mal ein bisschen sich zu bewegen. Nach dem ich wieder
runter war vom Schlossberg, ging ich noch ein bisschen durch Stadt und kaufte
ein paar Dinge ein. Dann ging ich zurück zu meinem Zimmer, nahm mir aber noch
ein kleines Mittagsessen mit nach Hause. Um 13 Uhr wurden wir von Prof. Dr.
Schrem an der Pension abgeholt und fuhren zusammen nach Rene und Hannes nach
Hause.
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die Murinsel |
Sie luden
zum Essen ein. Es gab ein Amuse geules, Kernölaufstrich auf Bio-Roggenbrot,
Consommé double mit Grießnockerl, Steirische Schopf- und Schwartlbraten an
geschmortem Weinkraut und Serviettenknödel und zum abschluß Hausgemachte Vanillennockerln
auf Erdbeerspiegel mit importierten Beeren. Und ich bekam anschließend noch
Brot mit Butter und Käse, da ich mal wieder ein Loch im Bauch hatte. Der ganze
Nachmittag war sehr entspannt und locker, die Gespräche riessen nicht ab. Ich
hätte noch Stunden lang dableiben können. Aber irgendwann ist auch der schönste
Nachmittag mal vorbei. Gegen 18 Uhr machten wir uns auf den Weg zurück in die
Pension. Wir machten ne Stunde Pause, dann trafen Hartmut, Peter und ich mich
noch mal zum kleinen Abendessen. Danach haben wir unseren Abend, jeweils auf
seinen Zimmern verbracht.
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Werner Gollner, Rene Eibinger, Hartmut, Peter, Claudi und Hannes Eibinger Rosenkranz, das Bild hat Prof. Dr. Schrem gemacht |
Am Samstag
wurden wir nach dem Frühstück, gegen 9:40 Uhr von Rene abgeholt und zum Bahnhof
Graz gebracht. Dort verabschiedeten wir uns und bedankten uns für die tolle
Gastfreundschaft.
Und auf ein
Wiedersehen!
Um 10:26 Uhr
fuhr unser Zug von Graz nach Wien Meidling, wo wir umstiegen in den ICE nach
Hannover. Auf dem Bahnhof in Wien Meidling haben wir uns noch ganz spontan mit Silvia Sch. aus
Wien getroffen, die Ehrenamtlich im Österreichischen Verband der Herz- und
Lungentransplantierten tätig ist. Mit ihr haben wir uns noch austauschen
können, wie es in Österreich geregelt ist mit Geldern für Selbsthilfevereine.
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Claudi, Peter und Silvia in Wien Meidling |
Zudem habe ich ihr die Kontaktdaten von Rene, Hannes und Prof. Dr. Schrem
gegeben, damit sie innerhalb ihres Landes Kontakt aufnehmen können und in
Zukunft vielleicht sich sogar mal Treffen können. Und wir wollen auch mal zu
Ihr nach Wien kommen. Im Gegenzug, soll Sie zu uns zum Tag der Organspende in
Halle an der Saale kommen. Ich glaube, wir haben bei dieser Reise, einige
schöne Kontakte knüpfen können. Jetzt müssen wir alle was daraus machen. Denn
eins ist auch sicher, ob Deutschland oder Österreich, Selbsthilfe braucht
jeder. Und die Aufklärung zur Organspende auch, ob nun die Widerspruchslösung
in Österreich gilt oder die Zustimmungslösung in Deutschland gilt.
Lasst uns
alle weiter machen, Aufzuklären und Länderübergreifend Kontakte zu halten und
sich Auszutauschen.
Um 20:30 Uhr kamen wir in Hannover wieder an, ich musste dann noch Umsteigen. Mein Zug fuhr um 21:31 Uhr weiter von Hannover nach Hamm. Dort war ich dann um 22:48 Uhr angekommen. Mein Mann holte mich am Bahnhof ab und gemeinsam fuhren wir endlich nach Hause. Es war eine tolle Reise!